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20. Februar 2001 | 21.28 Uhr

 

Starsky starb mit fast 29 Jahren auf dem Nixhof

 

Starsky hatte die große Rolle seines Lebens gefunden

Schweren Herzens musste sich der Nixhof von einem seiner Originale trennen. Kurz vor ihrem 29. Geburtstag wollte die Voltigierlegende Starsky nicht mehr, legte sich hin zum Sterben. In seiner Voltigierpferd-Laufbahn hat Starsky mit der Neusser Gruppe alles gewonnen, was es im Voltigier-Sport zu gewinnen gibt, obwohl er anfangs gar nicht davon angetan war, dass er quasi zum Leistungssportler umgeschult wurde. Trauer auf dem Selikumer Nixhof um Starsky, das vielleich erfolgreichste Voltgierpferd aller Zeiten, das fast 29 Jahre alt wurde. Das Foto zeigt die erfolgreiche Voltigiergruppe des RSV Grimlinghausen um Trainerin Agnes Werhahn, die 1983 Deutscher Meister wurde. 

Entdeckt für den Voltigiersport hat ihn 1979 Agnes Werhahn, obwohl er damals seine positiven Eigenschaften noch sehr gut zu verstecken wusste. Als er auf dem Nixhof ankam war Starsky auch alles andere als eine Schönheit. Alles andere als muskelbepackt und untrainiert mit einem riesen Dickkopf machte er allen das Leben schwer. Besonders Agnes Werhahn hatte ihre liebe Not mit dem Pferd, das partout nicht auf dem Zirkel gehen wollte und sich immer wieder einfach umdrehte. Doch die beiden hatten in sich ihre Meister gefunden und Agnes Werhahn profitiert noch heute von ihren Longiererfahrungen, die sie mit Starsky gemacht hat.

Starskys erste Reise in die große weite Welt des Voltigiersports ergab sich ein Jahr nachdem er in Neuss ankam. Beim Weltcupspringen in Birmingham hatte die Gruppe einer Schaueinlage zugesagt. Danach ging es in die Turniervorbereitung seiner ersten Saison.

1980 stellten sich auch direkt die ersten Erfolge mit dem neuen Pferd ein. Die Gruppe gewann die Rheinische Meisterschaft und landete bei ihrer ersten Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften auf anhieb auf Platz zwei. Auch in den nächsten Jahren riss die Erfolgssträhne nicht ab. Auf Starskys Rücken konnten noch weitere vier Rheinische Meisterschaften gewonnen werden. Insgesamt startete er neunmal auf Deutschen Meisterschaften, von denen er viermal die Goldmedaille mit nach Neuss brachte.

Mittlerweile gefiel sich Starsky in der Rolle des Voltigierpferdes sehr gut und so hatten die Sportler immer einen ehrgeizigen Mitstreiter, wenn es zu den großen Wettkämpfen ging und davon gab es reichlich. 1982 und '83 war die Mannschaft mit ihm erfolgreich bei den offiziellen internationalen Wettkämpfen, die die Vorläufer der Europameisterschaften waren. Die erste Voltigier-Europameisterschaft im jahr 1984 wurde auch mit ihm siegreich beendet, ebenso 1986 die erste Weltmeisterschaft. Insgesamt wurde Starsky dreimal Europameister und einmal Weltmeister.

Hinzu kamen noch viele andere Siege, nicht nur mit der ersten Mannschaft des RSV. Die schickte ihn nämlich Ende 1987 in Rente, doch nur vom Leistungssport auf dem höchsten Niveau. Ohne Voltigieren hätte es Starsky überhaupt nicht mehr ausgehalten. So lief er bis vor kurz vor seinem Tod noch für die kleineren Gruppen und wollte vom Aufhören gar nichts wissen. War in den Schulferien mal kein Voltigieren für ihn angesetzt wurde er unerträglich. Seinem Sturkopf ist er bis zum Schluss treu geblieben, so hatten es Männer in seiner Umgebung immer schwer. Gegen die hegte er eine starke Abneigung und biss dann gelegentlich auch richtig böse zu. Nur den Tierarzt ließ er immer zu sich in die Box, was ein Zeichen von großem Respekt war.

Würde man alle Siege von Starsky zusammenzählen, kämen über 80 dabei heraus, Starsky war also eines der erfolgreichsten Voltigierpferde aller Zeiten, wenn nicht das Erfolgreichste. Seinen letzten großen Auftritt hatte er 1997 bei einem Schaubild bei den Europameisterschaften in Aachen. Danach wurde es dann zwar etwas ruhiger um ihn herum, aber still noch lange nicht. Bis zum Schuss raubte er seiner Betreuerin Annika Speck zeitweise den Nerv, wenn er sich in der Halle beim Reiten aufführte wie ein junger Hengst, doch jetzt wollte Starsky selbst nicht mehr. Zum Glück musste er nie leiden oder auf seine geliebten Voltigierkinder verzichten, denn dann wäre er jämmerlich eingegangen. Doch so konnte er auf ein glückliches Leben zurückblicken und selbst entscheiden, wann es Zeit ist zu gehen. Die war es für ihn am Sonntag morgen gekommen, da wollte er einfach nicht mehr aufstehen. NGZ Janine Oswald


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